Die kleinen Fallstricke im Führungsalltag

In der letzten Woche durfte ich mit vielen Geschäftsführern arbeiten, die in den Fallstricken des Führungsalltages gefangen waren. Daraus habe ich ein ABC entwickelt, das die Führungsthemen beschreibt und immer wieder in der Reflektion helfen wird, wo ein Ungleichgewicht besteht.

A wie Ansagen

Führungskräfte müssen Ansagen machen und klare Anweisungen geben, was die Mitarbeiter zu tun haben. Werden diese nur halb artikuliert, kommt es zum Produktivitätsabfall der Firma.

B wie Burn Out

Führungskräfte sind eigentlich permanent Burn Out gefährdet. Achten diese nicht auf ihre eigene Work-Life-Balance, dann hat es sich bald “aus”-geführt.

C wie Controlling

Ein immerwährendes Controlling der Zwischenergebnisse, und ausführen der Arbeitsanweisungen ist unablässig. Die darin liegenden Chancen zur positiven Unternehmensentwicklung sind nicht zu unterschätzen. Oft werden diese Zwischenschritte zu wenig eingesetzt, wodurch sich ein riesiges Frustpotential anstaut.

D wie Delegieren

Delegieren ist eine der Herausforderungen einer Führungskraft. Nicht selten wird aber der Chef zum Delegationsdepp und hat im Null Komma nix die delegierten Aufgaben wieder zurück auf dem Tisch. Oftmals liegen die Ursachen darin, dass den Mitarbeitern zu wenig vertraut wird, da die Führungskraft es nicht aushält, dass der Mitarbeiter anders in den Lösungsprozess geht, oder aber Angst hat, dass der Mitarbeiter die Aufgabe nicht akkurat genug erledigt.

E wie Einfordern

Führungskräfte erwarten häufig, dass die Mitarbeiter unaufgefordert die Ergebnisse präsentieren. Oft passieren an dieser Stelle Enttäuschungen, da Erwartungen nicht ausgesprochen wurden, wann und in welcher Form das Ergebnis präsentiert werden soll. Im Allgemeinen neigen Führungskräfte dazu, das aktive Einfordern zu unterlassen und schon ist der Frust vorprogrammiert und der Erfolgsdruck wächst.

F wie Fördern

Es gehört zu den Aufgaben der Führungskraft, ihre Mitarbeiter in ihren Stärken zu fördern und weiter zu entwickeln. Leider geht dies nur allzu oft im Führungsalltag unter und trägt zur Demotivierung des Mitarbeiters bei. Nicht selten kommt es dann zu Fehleinschätzungen im Leistungsverhalten des Mitarbeiters, die manchmal fatale Folge nach sich ziehen.

G wie Gelassenheit

Vielen Führungskräften fehlt es an der nötigen Portion Gelassenheit. Durch die Entwicklung Höher-Weiter-Schneller sind sie auf der Überholspur unterwegs. Das lässt den Adrenalinspiegel steigen und resultiert in zu druckvollem Verhalten. In der Ruhe und Besonnenheit liegt die Kraft. Eine Weisheit, die heute noch genauso von Bedeutung ist wie einst. Fehlende Gelassenheit führt zu Vollblockaden von Prozessen, bremst Mitarbeiter ungewollt ein, und: raubt definitiv den Schlaf.

H wie Hierarchie

Führungskräfte geben unbewusst ihre Führungsrolle in der Hierarchie ab, wenn sie auf Augenhöhe führen wollen. Führung auf Augenhöhe erzeugt nichts anderes als unterschwellige Machtkämpfe, da die Hierarchie auf unbewusster Ebene nicht klar geregelt ist. Ein Stressfaktor, der graue Haare wachsen lässt.

I wie Innovation

Ein Anspruch, dem eine Führungskraft gerecht werden muss, ist, dass sie stets und ständig innovativ ist. Eine wirkliche Herausforderung, da sie mit so vielen unwichtigen Nebenthemen beschäftigt wird und kaum den Raum für innovatives Denken hat.

J wie Jetzt…

…mal Pause machen. Innehalten und Kraft sammeln – ein Zustand, den sich viele Führungskräfte kaum gönnen und bald auf dem Zahnfleisch kriechen, wenn sie dies nicht ändern.

K wie Kommunikation

Führungskräfte kommunizieren einfach zu wenig oder zu widersprüchlich mit ihren Mitarbeitern. Oft stimmen die verbale mit der nonverbalen Kommunikation nicht überein, oder sie erwarten ohne die Erwartungen zu kommunizieren. Die Folge sind Mitarbeiter, die abschalten, gezielt die Leistungsbereitschaft runterfahren, da sie die Welt ihres Chefs nicht verstehen.

L wie Loben

Im Führungsalltag wird das Lob viel zu wenig eingesetzt. Erfolgreiche Zwischenschritte einfach loben, das motiviert alle Beteiligten und die Mitarbeiter wissen, dass sie auf dem richtigen Weg sind. Ist Chefchen zufrieden, dann arbeitet es sich gleich viel beschwingter. Ist das Ergebnis erreicht, dann sollte die entsprechende Anerkennung zusätzlich erfolgen.

M wie Motivation

Mitarbeitermotivation, Selbstmotivation und überhaupt ist Motivation ein schwieriges Thema. Die Fähigkeit zu motivieren setzt voraus, dass die Führungskraft den Blick dafür hat. In jeder Situation darf sie das Positive erkennen und vermitteln. Sie ist der Vorreiter, sie muss brennen für Projekte, die anstehen. Wenn nur eine Zutat davon fehlt, ist es schon schwer die richtige Motivation zu vermitteln.

N wie Nebenkriegsschauplätze

Gefühlt verbringt eine Führungskraft einen Großteil ihrer Arbeitszeit mit Nebenkriegsschauplätzen. Dadurch passiert es, dass sie ihren eigentlichen Fokus verlässt, tausend Baustellen bedient, die gar nicht ihre Baustellen sind und sie unter Druck gerät. Zeitdruck, der nicht sein müsste.

O wie Operatives Geschäft

Die meisten Führungskräfte sind so gefangen im operativen Geschäft, dass sie kaum Zeit zum Führen haben. Ihre Hauptkonzentration gilt der Operative und den Nebenkriegsschauplätzen. Der Mitarbeiter wird zur Nebensache, die Führungskraft selbst wird zur Nebensache… Kein Wunder, dass sich Unzufriedenheit breit macht.

P wie Personalentwicklung

Zur Personalentwicklung gehören das Erkennen von Starken und Schwächen, die Mitarbeiter in die für sie passenden Aufgabenfelder geben, Gesundheitsmanagement und Weiterbildung. Wohl dem, der eine Personalabteilung an seiner Seite hat.

Q wie Qualitiät

Die meisten Führungskräfte haben einen hohen Anspruch an Qualität und Quantität. Im starken Verdrängungsmarkt unabdingbar. Wichtig ist dabei, dass es nicht versäumt wird, den eigenen Anspruch klar ans Team zu formulieren, damit die Kollegen entsprechend loslegen können.

R wie Reflektieren

Eine der größten Herausforderungen ist das objektive Reflektieren. Wertfreies Reflektieren von Situationen, Verhalten der Mitarbeiter und die ehrliche Selbstreflektion. Wer sich in dieser Gabe trainiert, der wird es weit bringen.

S wie stressfrei Führen

Jede Führungskraft wünscht sich einen stressfreien Führungsalltag. Jetzt gilt es zu unterscheiden, zwischen positivem und negativem Stress. Positiver Stress darf ruhig sein. Negativer Stress darf auf ein Minimum reduziert werden. Wer das ABC Buchstabe für Buchstabe ehrlich für sich analysiert, wird erkennen, wo seine Stolpersteine liegen. Wer Hilfe braucht, der wende sich an uns.

T wie Teamentwicklung

Oft werden wir gefragt, ob wir mal das Team formen können. Wieso wir? Teams sind nicht selten ein Spiegel der eigenen Führungsqualität. Sind Aufgaben wirklich klar verteilt, wird deutlich kommuniziert und strahlt die Führungskraft Führungsanspruch aus? Diese Themen und noch viel mehr sind ausschlaggebend für eine Teamentwicklung. Daher arbeiten wir im ersten Schritt immer mit der Führungskraft direkt. Ein guter Boss hat immer ein gutes Team im Rücken. Eine Entwicklung, die automatisch von statten geht.

U wie Umsetzen

Viele gute Anregungen, die es gilt in die Umsetzung zu bringen. Kein leichtes Unterfangen, denn zuerst ist es wichtig, sich für sein eigenes Führungsverhalten zu sensibilisieren. Aber wo ein Wille ist, ist auch ein Weg frei für Erkenntnisse.

V wie Vertrauen

Vertrauen ist ein sehr zentrales Thema im Führungsalltag und im Umgang mit den Mitarbeitern. Oft fehlt es jedoch am 100 prozentigem Vertrauen auf beiden Seiten. Doch nur über Vertrauen kann die Führungskraft ihre Mitarbeiter in Bewegung setzen, eine gute Stimmung erzeugen und die Leistungskurve ankurbeln.

W wie Wertschätzung

Alle reden davon, aber wenige setzen es auch wirklich um. Ganz selten beobachte ich einen achtsamen und wertschätzenden Umgang  unter Kollegen. Es fängt beim Wahrnehmen des Gegenübers an und hört bei einem Dankeschön nicht auf. Wertschätzung ist ein wesentlicher Schlüssel im erfolgreichen Führungsalltag.

X wie alle Viere von sich strecken

Führungskräfte können häufig nicht abschalten. Selbst wenn sie das räumliche Büro verlassen haben, legen sie das digitale Büro nicht beiseite und arbeiten unablässig. Wer sich jedoch den wichtigen Feierabend gönnt ist deutlich ausgeruhter und produktiver und schafft sein Pensum in der normalen Arbeitszeit.

Y wie Yoga

Yoga oder andere wichtigen entspannenden Freizeitaktivitäten lockern den Geist, den Körper und wirken manchem Bürozipperlein entgegen. Die Achtsamkeit sich selbstgegenüber sollte einen hohen Stellenwert einnehmen.

Z wie Ziele

Führungskräfte definieren Ziele, sollten aber die Absteckung der Zwischenziele nicht vergessen. Ein wichtiges Führungsinstrument, das in der Umsetzung der Ziele manchen Ärger erspart und das gegenseitige Vertrauen und Miteinander stärkt.

 

Sie möchten sich intensiver mit Ihren Fallstricken auseinandersetzen und diese dezimieren? Schreiben Sie uns!