Anstieg der Krankenquote der psychischen Belastungen

Statische Zahlen belegen, dass die Quote der psychischen Erkrankungen am Arbeitsplatz immer weiter steigt. Eine Stagnation ist vorerst nicht zu erwarten. Neben der Überlastung durch die Einsparung von Arbeitskräften ist oft der noch nicht optimale Führungsstil der Führungskraft eine der häufigsten Ursachen. Zeit zum Umdenken!

Ist der Führungsstil von gestern heute noch sinnvoll?

Der Arbeitsalltag wird immer schnelllebiger, die Leistungsanforderungen steigen, das Alter der Mitarbeiter auch. Was die Mitarbeiter vor 20 Jahren noch leisten konnten, schaffen sie heute mental oft nicht mehr. Die Leistungsfähigkeit ist bis an die Grenzen ausgereizt. Höher, weiter, schneller hat auch einen Zenit. Dieser ist bei weitem überschritten. Die Leistungsanforderungen von einst wurden stetig gesteigert, die digitale Welt fordert eine Arbeitsbereitschaft von mindestens 12 Stunden am Tag und oft darüber hinaus, damit die Unternehmensprozesse dem Konkurrenzdruck standhalten können. Die Führungskräfte fordern zwangsläufig immer mehr von einer immer älter werdenden Arbeitnehmerschaft, die aus der Existenzangst versucht, dem Druck stand zu halten.

Nicht nur, dass die Mitarbeiter unter dem Leistungsdruck ächzen, auch die Führungskraft erlebt ihren Führungsalltag oft als auszehrend. Auf der einen Seite muss sie die Unternehmensziele durchsetzen und die Arbeitsplätze sichern, auf der anderen Seite sieht sie auch, dass der Weg oft zur Überforderung führt. Nicht selten für Mitarbeiter und Führungskraft.

Schritte für die Gesunderhaltung der Psyche

  1. Fangen Sie bei sich als Führungskraft an! Sorgen Sie dafür, dass Sie mental im Gleichgewicht sind. Sorgen Sie dafür, dass Sie frei sind von Selbstzweifeln und Versagensängsten. Sorgen Sie dafür, dass Sie morgens gern ins Büro gehen und Freude am Führen Ihrer Mitarbeiter haben. Sorgen Sie dafür, dass Sie sich selbst wertschätzen und vor allem achtsam mit sich umgehen. Legen auch Sie genügend Pausen ein und schaffen Sie sich genügend Freiraum, der Ihnen ein Privatleben ermöglicht. Fragen Sie sich, ob Sie mit sich als Führungskraft zufrieden wären, wenn Sie Ihr eigener Mitarbeiter wären? Fragen Sie sich, was Sie an ihrem Führungsverhalten selbst stört oder wo Sie immer wieder bei Ihren Mitarbeitern gegen Mauern rennen?
  2. Wirken Ihre Mitarbeiter zufrieden? Haben Sie genügend Raum zum Arbeiten und zur Entfaltung ihrer Arbeitsaufgaben? Bekommen sie wirklich klare Anweisungen? Oder müssen Ihre Mitarbeiter Ihre Erwartungen orakeln? Bekommen Sie von Ihren Mitarbeitern auch negativ Feedback? Oder ist es immer nur positiv? Wie oft fallen Ihre Mitarbeiter aus? Wirken Ihre Mitarbeiter gelassen? Sind Ihre Mitarbeiter leicht zu motivieren? Folgen sie Ihnen ohne zu fragen oder stehen ständig Diskussionen im Raum, die viel Zeit und Nerven kosten?
  3. Passen Sie Ihren Führungsstil auf die Bedürfnisse Ihrer Mitarbeiter und auf Ihre eigenen Bedürfnisse an. Kommunizieren Sie klar und deutlich verbal als auch nonverbal. Vermeiden Sie Disbalancen zwischen Ihrer verbalen und nonverbalen Kommunikation. Genau diese Disbalancen führen zur psychischen Überforderung aller Beteiligten.

Der Einfluss der nonverbalen Kommunikation

90 Prozent der Führung läuft auf unbewusster Ebene ab. Diese wird durch Ihren inneren Führungsfokus gesteuert und über Mimik und Gestik kommuniziert. Dabei rede ich von der unbewussten Mimik und Gestik. Ob Sie es wollen oder nicht, der Mitarbeiter registriert sehr deutlich, ob Sie hinter Ihrem Führungsstil stehen. Er nimmt es unterschwellig wahr, wie Sie wirklich über Ihre Führungsqualitäten denken oder auch, was Sie von ihm wirklich halten. Unterschwellig transportieren Sie über Ihre Körpersprache Entschlossenheit, Klarheit, Zweifel, Sympathie, Vertrauen, Machtbedürfnisse, Minderwertigkeitsgefühle usw. Passen Ihre Worte mit Ihrem Verhalten nicht zusammen, dann löst das zwangsläufig ein psychisches Unwohlsein aus. Auf beiden Seiten! Sie wirken unberechenbar, wankelmütig und werden vermutlich nicht in allen Situationen wirklich ernst genommen.

Balance im Führungsalltag durch Klarheit

Die nonverbale Kommunikation lässt sich nicht so einfach erlernen, schon gar nicht beherrschen. Den Weg können Sie nur durch eine ehrliche Selbstreflektion finden, die viel Mut erfordert. Über die ehrliche Selbsterkenntnis haben Sie eine wahre Chance, eine vertrauensvolle, charismatische und starke Führungskraft zu werden. Haben Sie einen ehrlichen Blick nach Innen, werden Sie eine klare und identische verbale wie nonverbale Kommunikation in Ihren Führungsalltag bringen. Sie werden berechenbar, wirken entschlossen und Sie werden nicht in Frage gestellt.

Lernen durch Erleben

Ein guter Weg einer wirklich ehrlichen Selbstreflektion ist die Arbeit mit Pferden. Pferde reagieren nur auf Ihre Körpersprache und erfassen somit Ihre authentischen Absichten und Einstellungen. Im ersten Moment kann es schon ganz schön schmerzhaft sein, denn wer möchte schon mit seinen Schwächen konfrontiert werden. Verständlich! Doch es ist einer der effektivsten Wege, die eine Führungskraft in der Entwicklung ihrer Führungsqualitäten wählen kann. Je deutlicher die Hintergründe Ihrer „Führungsschwierigkeiten“ sichtbar werden, um so besser kann der optimale Veränderungs- und Entwicklungsprozess gestartet werden. Sie können schnell erfassen, was Sie verändern dürfen, damit die Führübung mit dem Pferd mit Leichtigkeit funktioniert. Sie können erleben, wann Sie wirklich als „Leittier=Führungskraft“ mit dem Pferd agieren und wann Sie das Zepter an das Pferd abgegeben. Hier gibt es klare Parallelen zur Arbeit mit dem Menschen. Sie erfahren die Auswirkungen eigener Zweifel und können Wege probieren, die Ihnen die Zweifel nehmen. Sie spüren, wann Sie innerlich in Stresssituationen kommen und wie Sie diese regulieren können. Sie lernen klare nonverbale Kommunikation, die durch Ihre verbale Kommunikation nur noch bestärkt wird.

Klarheit schafft Vertrauen und Vertrauen schafft ein Wohlbefinden am Arbeitsplatz!

 

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